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Satire
Lieder, Gedichte und Satire von Eberhard Seifert
Ein neues Weihnachtslied
(nach der Melodie: "Wenn Weihnachten ist...")


1. Wenn der Dezember kommt, wenn der Dezember kommt,
da meldet sich die "Volkssoli..." * prompt.
Sie lädt uns Rentner ein bei ihr zu Gast zu sein
stets in dem schönen, großen Harthwaldheim.
Weihnacht, Weihnacht, Weihnacht ist die schönste Zeit, eija.
Weihnacht, Weinacht, Weihnacht ist die schönste Zeit.

2. Wir Rentner jung und alt, wir Rentner jung und alt
kommen gern zu ihr in den Harthwald.
Wir freu`n uns wie ein Kind, weil wir nicht einsam sind
und bald ein frohes Spiel mit Spaß beginnt.
Weihnacht........

3. Die Kinder spielen auf, die Kinder spielen auf
und lassen ihrer Freude Lauf.
Gedichte und manch`Lied machen uns Appetit
und alle von uns trällern gerne mit.
Weihnacht..... .

4.Beim Kaffeetrinken dann, beim Kaffeetrinken dann
fängt der Spaß erst richtig an.
Uns schmeckt der Weihnachtsstolln, von dem wir mehr ham woll`n
und bald noch welchen aus der Küche hol`n.
Weihnacht.....

5.Die Ilse, die ist froh, die Ilse, die ist froh,
den andren geht das ebenso.
Der "Volkssoli" sei Dank, heißt´s heut frei und frank
so endet unserer froher Lobgesang.
Weihnacht, Weihnacht, Weihnacht ist die schönste Zeit, eija.
Weihnacht, Weihnacht, Weihnacht ist die schönste Zeit.

*Volkssolidarität*
E. Seifert
Weihnachten 2006
Der Weihnachtsmann im Kindergarten "Zwergenhaus"

1. Alle Jahre wieder
komm´ ich, der Weihnachtsmann
und hör´ mir eure Lieder
doch so gerne an.

2. Ihr singt frohe Weisen
zu der Weihnachtszeit,
die Knecht Ruprecht preisen.
Und dieses macht mir Freud.

3. Im "Zwergenhaus" ist´s wunderschön,
wo viele Kinder sind.
Die will ich alle wieder sehn
Und kehr´ dort ein geschwind.

4. Waret ihr alle artig
in der langen, langen Zeit ?
Oder gab`s n paar die
zu Blödsinn war`n bereit?

5. Heut`bring`ich die Geschenke
aus meinem Waldrevier.
Ich hoffe doch und denke.
ihr Kleinen dankt es mir.

6. Ich wünsche euch viel Freude
zur schönen Weihnachtszeit.
Und hoff`, ihr kleinen Leute
habt niemals ernsten Streit.

E. Seifert
Weihnachten 2006
Von dan Grußen in dr Poletik

1. Von dan Grußen aller Orten
kaa mr nischt mehr viel drworten.
Alle denken ner an sich.
Kaaner mol an Diech und miech.

2. Hauptsach`is, ihre Diäten
giehe ihnen niemals flöten.
Dos wär fer sie de greßte Schmoch.
De Poletik is ner Nabmsoch.

3. Unner Labm is schu sehr teier
und die erhöhn de Mehrwertsteuer.
De Altersrente aber bleibt.
'ner fast jede Steuer steigt.

4. Dos Dasein, dos werd oed und fad
im sogenannten Sozialstaat.
Un es macht wahrlich kaane Freid,
besonders aa zer Weihnachtszeit.

5. Es sin kaane guten Sachen,
die de Poletiker machen.
Das Beste wär es, ohne Zweifel,
man schocht dieses Gesocks zum Teifel.

6. Mit dan Klaanen und dan Armen
haben wir jedoch Erbarmen.
Dan wünschen wir zer Weihnachtszeit
Gesondheit, Glück, Geborchenheit
un obendrein noch, das ist klar,
aa ä gesondes neies Gahr.

E.Seifert
Weihnachten 2006
De Neiwohl

-entstanden anlässlich der vorgezogenen Bundestagswahl 2005
-nach der Melodie des erzgebirgischen Weihnachtsliedes:
"Dr Summer is alle, de Kermst is vorbei......"


Dr Wahlkampf is alle. De Wahl`n sind vorbei
Nu hat se begonn`de Regiererei.
In unneren Deutschland do gibt `so viel Drack,
dan bringt ah enne Frau Merkel net wag.

Uns rüttelts und schüttelts,
uns beutelts und schmeißts,
weil die Letzten immer
der große Hund beißt.
auch wenn die Frau Merkel gekünstelt nur lacht,
für uns is das kaa Pracht.

De Renten bleib`n stacken. De Kosten warn mehr.
De Fahrpreise steig`n ja war wess wie sehr,
Es gibt wenig Arbeit im eignen Ort,
deswagn zieh`n racht viele aus ihrer Haamit fort

Uns rüttelts und schüttelts

Wir war`n alle flessig. Wir ham viel geschafft.
Ham unner Labn gemastert aus eigner Kraft.
Doch itze im Alter, da is die Zeit do.
Do namm uns de Grußen viel Gald wieder o.

Uns rüttelts und schüttelts

Wie wär`s, ihr Regierer, ihr denkt emol noch,
wie kann man schnell ändern der armen Leit Ploch.
Nahmt `s Gald von dan Grußen und sparet bei eich,
dann kann jeder gut leben und freut sich zugleich.
Bis dahin sagen wir:

Uns rüttelts und schüttelts,
uns beutelts und schmeißts,
weil die Letzten immer
der große Hund beißt.
Auch wenn die Frau Merkel gekünstelt nur lacht.
Für uns ist das kaa Pracht.

E. Seifert
Weihnachten 2005
Mei Stalzendorf
von E.Seifert
1995


Wu de Grußstadt fast ze Ende gieh`t
do liegt ä wunnerbars Gebiet
Viel Fremde zieht`s sogar dorthie
In Stalzendorf is wunnerschie.

Dos Dörfel strahlt `ne Ruhe aus.
Ä Garten is an jedem Haus.
Dort arbn de Leit ohmds oder frieh.
Mei Stalzendorf is wunnerschieh.

Die Ruhe is a desterwagn,
weil viele kenne Arbeit ham.
Die brauchen net frieh aufzestieh
In Stalzendorf is wunnerschie.

Und wos mr sist zu Ruhe racht,
is für dos Dörfel a "net schlacht".
Kan Lodenbesitzer ziehts dorthie.
In Stalzendorf is wunnerschie.

De Leit brauchn net im Dorf rimlaafen,
se könne sowieso nicht kaafen.
Net mol zer Post könne se gieh.
Mei Stalzendorf is wunnerschie.

Und woll`n se mol zum Neefepark,
bezohln se mindestens 2 Mark.
Doch dr Bus fährt net direkt dorthie.
Mei Stalzendorf, wie bist du schie.

War denkt, dos Dorf liegt abgeschieden,
dar hot sich fei ins Fläsch geschnieden.
Viel Fahrzeich flitzt de Stroß dingshie.
In Stalzendorf is wunnerschieh.

Und wenn de Leit sich amol wogn,
wachen en Fußwag nochzefrogn.
De Staatsleit of de Baamer gieh.
In Stalzendorf is wunnerschie.

Do frog ich mich, wie dos ner kimmt,
Daß mr unre Sorgn so ernst net nimmt.
Wu bleibt denn hier de Demokratie ?
In Stalzendorf is wunnerschie.

Doch sei`s wie`s sei,aans is gewiß,
Ah dieser Staat macht viel Beschiß.
Derwagn war ich von hier net gieh;
denn:
Mei Stalzendorf is wunnerschie.
Sommerfest im Froschland
Melodie: Auf der Festung Königstein
Text: Eberhard Seifert,Nov.2000


1.Kennt ihr schon das neue Lied,
jupheidi, jupheida....
das ganz Stelzendorf durchzieht?
jupheidi, jupheida....
Heut ist wieder Sommerfest,
wo sich`s sehr schön feiern lässt.
Jupheidi, jupheida

2.Viele komm`von nah und fern,
quak, quak,quak....
besuchen Stelzendorf so gern.
Quak, quak, quak...
"Seid willkommen", sagen wir allen,
im Froschland wird`s euch gut gefallen...
Quak, quak, quak...

3.Zum zehnten *Male feiern wir schon,
juphidi, jupheida...
`s ist Stelzendorfer Tradition.
Jupheidi, jupheida...
Heut rück`mr wieder eng zusamm`,
weil mr sonst das ganze Jahr nicht ham.
Jupheidi, jupheida...

4.Dank den Sponsoren und den Leuten,
jupheidi, jupheida...
die halfen, das Fest vorbereiten.
Jupheidi, jupheida...
Die Stimmung wird ganz dufte sein,
das wünscht der Traditionsverein.
Jupheidi, jupheida...

5.Und ist der letzte Gast zuhaus,
jupheidi, jupheida...
dann schlafen wir uns richtig aus.
Jupheidi, jupheida...
Und freu`n uns, `s ist wirklich wahr,
auf`s Sommerfest im nächsten Jahr.
Jupheidi, jupheida...
Arbeitslus

(Vortragender tritt mit langhaariger,ungekämmter Perücke und mit einem Aldi-Einkaufsbeutel vor Rentnern auf)

Ja,lacht net su,tut net su gruß.
Bahlt miech ner ah,iech bie arbeitslus.
Dos ging ganz fix, kam ieber Nacht.
Dos hat mir die neie Freiheit gebracht .

Iech wusst net,dass die onner Freiheit verstieh,
ä gunger Maa darf net mehr arbeiten gieh.
Dos wollt nich in mein Nischel nei,
dass Freiheit haaßt,"von Arbeit frei."

Iech kloppt nu ä paar Mol bem Arbeitsamt o.
Die saaten:"Sie sei doch schie wieder do.
Sie wissen doch, daß wir nicht hamm."
Do ging ´ch ewing enttäuscht eham.

Su ging das paar Gahr,doch itze is Schluss.
Nu krieg ich Sozialhilf zu men Verdruss.
Iech saat mr"Gut,haste früher gerammelt,
werd ab itze nur noch gegammelt."

Iech flug aus men Haus naus off de Stroß.
Do battel iech mir von dan un gen wos,
gieh net zen Frisör,dar is mir ze teier.
Iech brauch nur fern Alk menne letzten paar Dreier.

Mir is alles schnuppe,mir is alles Wurscht.
das Eenzche was ´ch hab,iech hab immer Durscht
Su hot die Freiheit mit Bedacht
aus mir än zefriednen Menschen gemacht.

Doch ihr,liebe Leit,hattet net su viel Glick
Dafür seid ihr ah ze alt ä Stick.
Wos ihr aber ah dan Staat heit kost,
ward langsam zu teier und darauf "Prost"!

E. Seifert
Weihnachten 2002
Gedanken eines Stelzendorfer Rentners an der Jahreswende 2002/2003

Wie war in Stelzendorf vordem
das Leben doch recht angenehm.
Braucht´man Butter, Brot und Mehl,
ging´s zum Konsum,auf der Stell´
Auch Fleisch und Wurst konnt´man dort kaufen,
brauchte nur paar Schritt zu laufen.

War man krank, und nichts ging mehr,
musste schnell ein Doktor her,
und man rief per Telefon zur ortseigenen Arztstation.
Konnte man noch etwas schnaufen,
ist man selbst dorthin gelaufen.

Zum Paket-und Briefe-Schicken,
um Verwandte zu beglücken,
ging es hurtig auf die Schnelle
zur nahgelegnen Ortspoststelle
auch Briefmarken hier erhältlich waren,
man brauchte nicht nach Siegmar fahren.

Plante man ´ne Festlichkeit,
wie, Rentnertanz zur Weihnachtszeit,
brauchte keiner zu verzagen,
man musste nur im Gasthof fragen.
Um nicht ständig fern zu sehen,
konnt´auch jeder sonst hingehen.

Und die vielen, vielen Kinder
mussten im Sommer und im Winter
nicht an der Haltestelle stehn.
Sie durften in unsre Schule gehn
Das Geld, das heute sie verfahren,
konnten ihre Eltern sparen.

All das ward mit geballter Kraft
in der neuen Zeit prompt abgeschafft ,
weil heut´der Mensch ganz wenig zählt,
nur noch der Mammon und viel Geld.
Drum frage ich mich allemal:
Ist dieser heut´ge Staat sozial,
wie er sich so gerne nennt?
Ich hoff´s,dass ´s jeder bald erkennt !

Weihnachten 2002
Weihnachten im Wandel der Zeit

Wenn Weihnachten ist, wenn Weihnachten ist,
do kimmt ze uns dr heilge Christ.
Kurz vorhar werd schon zen Advent
das erschte Lichtel ahgebrennt.

Su war dos frieher, doch dos is vorbei.
Die Lichtel, die brenn`heit von Juni bis Mai.
Is mol ä Fast, dann brennt su ` n Licht,
ob nu Weihnachten bald kimmt oder aa nicht .

War Weihnachten frieher ä stilles Fast,
nervt heit de Reklame uhne Unnerlass
bereits ab September:"Bald ist es soweit,
nun kommt die liebe Weihnachtszeit."

Dan Grußen giehts dabei ner um viel Gald.
Vergassen is dr Gedanke vom Frieden dr Walt
und su hohms die Reichen ollmählich vollbracht
und Weihnachten ner noch zur Farce gemacht.

Vierbei is heit dos Hutzengieh.
Zen Hutzenstübel kimmt kaum aaner hie;
denn de meisten möchten, dass niemand kimmt,
weil do dr Fernsah-Ohmd net stimmt.

Mr könnt ja dann kenne Serien mehr sah,
wie"Kommissar Rex"oder "Hinter Gittern" ah.
Drim loss mr ah dos gemeinsame Singe.
Zur Nut kann kurz ne CD erklinge.

De Gungen sogn:"Nahmst uns net übel.
Wir kenn gar net su ä Hutzenstübel,
weil wir ner chatten oder serfen
und uns nen Computer unterwerfen."

Merkt ihrs, wie die neie Zeit
uns von dan alten Bräuchen befreit?
Doch wir Alten sogn:" Dos darf net gelinge!
Drim losst uns schnell ä schiens Weihnachtslied singe" .

Dezember 2003, E.Seifert

Gedanken eines Rentners zu Beginn des neuen Jahres

Ich grüße dich, du neues Jahr!
Bitte mache diesmal wahr,
was letztes Jahr nicht möglich war.

Einzukaufen ohne Geld
Das wäre `ne schöne Welt.
Doch ich kann es mir schon denken.
Darauf lässt du dich nicht lenken;

Denn in dieser heut`gen Welt
Zählt tatsächlich nur das Geld.
Nur für die, die schon viel haben.
Uns bleiben nur die „milden Gaben“.

Doch wir sagen ` s frank und  frei
Uns ist das nun einerlei.
Hauptsache, wir sind gesund
Und haben Freunde in der Rund`.

Dann finden wir das Leben schön.
Das kann noch lang so weiter geh`n.

E. Seifert, Januar 2011